| Als
man vor etwa 5000 Jahren zum Ackerbau überging, schufen die
Jungsteinzeitleute zum Herstellen von Mehl die steinerne Reibmühle.
Diese ersten Mühlen bestanden aus einem gemuldeten Unterstein mit einem
Reibstein, der darauf hin und her geschoben wurde (mehrere Mühlen
dieser Art sind im Emslandmuseum Clemenswerth in Sögel ausgestellt).
Etwa im 1. Jahrhundert v.
Chr. gelang die Erfindung der Wassermühle. Sie dürfte über die Römer
nach Deutschland gekommen sein. Ihre Verbreitung begann in den Gebieten
nördlich der Alpen etwa im 4. Jahrhundert und kann im 12. Jahrhundert
als abgeschlossen gelten. Um diese Zeit waren Wassermühlen in ganz
Deutschland anzutreffen, so auch im Emsland. Im späteren Landkreis
Meppen waren am Unterlauf der Nordradde die Overmühle, Neue oder
Mittelste Mühle und die Nedermühle bereits im Jahr 946 (Osnabrücker
Urk. Buch I Nr. 89) vorhanden.(1) Aus dieser oder etwas späterer Zeit
stammen auch die drei Wassermühlen auf dem Hümmling in Börger,
Brunefort/Stavern und Hüven. Die Mühle in Börger ist längst
abgebrochen, die in Brunefort diente lange Zeit zum Antrieb einer
Sägemühle, steht aber heute noch. Die Hüvener Mühle wurde 1950 wegen
Baufälligkeit stillgelegt und ist seitdem Baudenkmal.
Im ältesten Register des
Amtes Meppen aus dem Jahr 1534 ist der "Erffkotter tho Hüven de
Moller"(2) erstmals schriftlich nachgewiesen. Im Jahr 1798 zahlten
an den Richter auf dem Hümmling: der Müller zu Hüven 3 Scheffel
Roggen à 16 Kannen, der Müller zu Brunefort und der Müller(3) zu
Börger je 1 Widder. Die Hüvener Wassermühle wurde 1801 durch Feuer
zerstört, aber sofort wieder aufgebaut, im unteren Teil aus Fachwerk
ohne Querriegel, eine Art, die für Südengland und die Normandie
typisch ist. |
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In den
Spruchbalken wurde eingeschnitzt: "Wenn der Herr Diese Mühle nicht
gebaut, So ist alles Umsonst + Die Darinnen Bauen + Johann Gert Müller
und Anna Burken, Eheleute, Anno 1802 Den 21. Juni." Diese Inschrift
geht auf Psalm 127.1 zurück. Im Türsturz steht: "Wer anklopft,
der wirdt Aufgetan" (Luk. 11.5 – 13). Darüber steht der Name des
Mühlenbauers: Meister Steffen Dierkes.
Im Jahr
1812 beantragte der Munizipalrat Grüter(4) aus Hüven die Genehmigung
zum Bau einer Kornwindmühle auf dem Dunshornesch, nördlich der Straße
von Hüven nach Groß Berßen. Der Geometer(5) C. Bartels beschrieb dem
Arrondissement(6) in Lingen am 23.01.1812 den Bauplatz als geeignet.
Johann Gertmöller, Besitzer der Wassermühle, wandte sich in einem
Gesuch an den Präfekten in Lingen und bat, dem Antrag Grüters nicht
stattzugeben, da seine Wassermühle ausreichend sei, seine Mahlkunden zu
befriedigen, und schrieb weiter, daß er die Mühle mit schwerem Geld
angekauft und seine Familie lange Zeit Brot |

Alter
Lageplan der Hüvener Mühle von 1850
(zum Vergrößern
bitte ins Bild klicken)
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Querschnitt durch
die Hüvener Kornmühle und die Ölmühle und Walke
(zum Vergrößern
bitte ins Bild klicken)
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Auf
Antrag wurde dem Besitzer Gerhard Müller am 22.09.1818 die
Genehmigung zum Anlegen eines Graupenganges erteilt durch die
Königl. Großbritannisch-Hannoversche Regierung in Osnabrück.
Für den neuen Gang war jährlich auf Martini 1 Taler Gold an den
Kreiseinnehmer Beckmann in Meppen zu zahlen.
Der Müller hatte
zur Abwehr der Konkurrenz behauptet, jederzeit seine Mahlgenossen
bedienen zu können. Nun erhielt aber die Mittelradde, gleich wie
die anderen Radden, ihr Wasser aus einem kleinen Niederschlags- |
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"Wer anklofet
der wirt aufgethan" – Eingang zur Mühle
|
gebiet
. In regenarmen Zeiten konnte in der Hüvener Mühle nur dank
eines großen gestauten Mühlenteiches das Notwendigste an Korn
gemahlen werden.
Der
Wassermüller in Börger löste dies Problem, indem er seine
Wassermühle, mit der er bisher Korn gemahlen hatte, nun zu einer
Öl- und Walkemühle umbaute.(7) Zusätzlich errichtete er 1832
eine Kornwindmühle. Anna Brunefort in Stavern ließ 1860
ebenfalls eine Kornwindmühle bauen und funktionierte die
Wassermühle zu einer Knochen- und Walkemühle um, die ab 1886 als
Sägemühle diente.
Der
Müller in Hüven aber wollte auf seine Kornwassermühle nicht
verzichten und bat den Mühlenbauer Bernhard Dierkes, Hüven –
einen Sohn des alten Steffen Dierkes -, eine Lösung zu finden. Dieser
hatte einen genialen Gedanken. |
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Bauzeichnung von
1850.
(zum Vergrößern
bitte ins Bild klicken)
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Er
konstruierte eine Windmühle, die auf die Wassermühle gesetzt
werden sollte. Eine Idee, die bisher in Deutschland wenig
ausprobiert worden war. Die Windmühle sollte über eine Kupplung
je nach Bedarf eingeschaltet werden können, um die Mühlensteine
in Bewegung zu setzen. Es kann schon hier gesagt werden, daß
diese Konstruktion ein voller Erfolg war, sonst hätte der
Wassermüller in Herßum etwa zehn Jahre später nicht eine
zusätzliche
Windmühle
bei Dierkes in Auftrag gegeben. Eine weitere Mühle dieser Bauart
wurde 1876 in Petershagen-Lahde, Kr. Minden, errichtet.
Am
21. August 1850 wurde die Bau- |
| genehmigung
für die Aufstockung der Hüvener Windmühle durch die Königlich-
Hannoversche Landdrostei in Osnabrück erteilt. Man machte aber
zur Auflage, die zur Vorbeugung von Unglücksfällen, welche durch
das Scheuwerden der Pferde auf der neben der Mühle
vorbeiführenden Poststraße von Lathen über Sögel nach Herzlake
entstehen könnten, erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Das
Standesherrliche Amt in Sögel wurde beauftragt, die Verhandlungen
zu führen. Wegeaufseher A. Westermann berichtete am 7. Juli 1851:
"Die Wasser u. Walkemühlen des Abel Müller(8) liegen in
zwei Gebäuden sich gegenüber, 14 Fuß von der Straße entfernt.
Die Wasserräder sind nicht verdeckt und in der Walkemühle wird
oft gestampft, wodurch Pferde ängstlich und nur mit Mühe vorbei
gebracht werden. Dem Mühlengebäude gegenüber wird die Radde
recht hoch gehalten und bildet längs der Straße einen
(gestauten) Teich, welcher stellenweise 7 bis 8 Fuß Tiefe hat. Da
die Windmühle bereits in Arbeit ist und 60 Fuß hoch und davon
die Flügel etwa 50 Fuß Länge halten sollten, wird nach meiner
unvorgreiflichen Ansicht weniger gefährlich, weil der Stellboden
(Galerie) einen weiten Umfang hat und man unvermittelt unter der
Mühle vorbeifahren oder reiten
muss. |
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Aus weniger
glücklichen Tagen: Die Hüverner Mühle ohne Mühlenkreuz - um
1925.
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Auch
sollen viele Bäume gepflanzt werden, um von weither die Mühle zu
verdecken. Eine Verlegung der Straße (im Zuge der
Radderegulierung wurde diese Linienführung 1955 durchgeführt)
etwa 20 Ruthen von der Mühle weg, würde mindestens 500
Reichsthaler(9) kosten." Mit einer Verfügung vom 2. August
1851 gab sich die Königlich-Hannoversche Landdrostei in
Osnabrück zufrieden, wenn die Räder der Wassermühle durch
geeignete Vorkehrungen verdeckt würden. Hierfür war eine
durchgehende Holzwand zwischen Straße und den beiden Mühlen
vorgesehen.
Bereits
im Dezember 1850 – also noch vor der Regelung dieser
Sicherheitsmaßnahme – begann der Mühlenbauer Dierkes den Bau,
der im Oktober 1851 mit dem Richten der Mühle beendet wurde.
Dierkes beschäftigte während der Bauzeit elf Leute an insgesamt
724 1/3 Arbeitstagen. Als Zimmermann arbeitete hier auch der
spätere Dombaumeister Bernhard Hensen aus Sögel.
Die
Arbeitslöhne betrugen
(36
Stüber = 1 Reichsthaler)
Für
die Beköstigung hatte der Müller zu sorgen.(10) Die
Gesamtrechnung belief sich auf 202 Reichsthaler (Rth.) und 9
Stüber. Hierzu noch 20 Rth. für das Gerät zum Richten der
Mühle. Der Mühlenbauer stellte nur die Löhne in Rechnung. Das
gesamte Material lieferte der Besitzer. Als Kostenvergleich sollen
Angaben aus dem Jahr 1840 herangezogen werden, die sich bis 1851
nur geringfügig verändert haben. Damals kosteten: ein Pferd 45,
eine Kuh 15, ein Bulle 9, neun Hühner mit Hahn 1, ein Schaf 1 Rth.
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Ohne "Bostklopper"
undenkbar: der Müller Lukas Riedemann
|
Windmühlen
waren sehr reparaturanfällig. Die Reparaturkosten für die
Hüvener Mühle beliefen sich allein in der Zeit von 1855 bis 1865
auf 403 Rth.
Abel
Müller war einer der ganz wenigen Müller, der seine Rechnungen
pünktlich und bar bezahlte. Meistens ließ er seine Rechnungen
von einer Papenburger Segelschiffsreederei überweisen, an der er
beteiligt war. Er war ein vermögender Mann und besaß einen
großen Bauernhof. Die Mühle hatte zwei Mahl- und einen Pellgang.
Der Pellgang diente zur Herstellung von Graupen. Es wurde
hauptsächlich Roggen geschrotet, aber auch Buchweizenmehl
hergestellt. Im Beutelgang(11) wurde Feinmehl erzeugt. In der
Ölmühle verarbeitete man Flachs- und Rapssamen, in der
Walkemühle wurden die aus Heidschnuckenwolle gewebten Stoffe
durch Stampfen geschmeidig und damit auch reißfester gemacht. In
dem zur Mühle gehörenden Wohnhaus des Pächters war eine
Schenkwirtschaft. Ab 1890 pachtete Lukas Riedemann die Mühle. Er
entstammte einer Hümmlinger Familie, zu der auch jener Riedemann
gehörte, der als Schiffsreeder das erste Tankschiff der Welt
bauen ließ. |
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Der
Müller Riedemann war wegen seiner Volkstümlichkeit weit über
die Grenzen des Emslandes bekannt. Ohne Bostklopper (12) und seine
alte Kappe auf dem Kopf sah man ihn nicht. Sein Bild wurde sogar
von einer großen Zigarettenfirma den Packungen beigelegt. Im Jahr
1934, am 2. März, feierte er seinen 75. Geburtstag; seit 44
Jahren war er Pächter der Mühle.
Nach
dem Tod des Vaters übernahm sein Sohn Heinrich die Pachtung bis
zum Zusammenbruch des Mühlenstaus 1950. Die Mühle wurde
stillgelegt und damit der Zerstörung ausgesetzt.
Die
Geschäftsführerin des Emsländischen Heimatbundes, Frau Dr.
Schlicht, rief 1950 alle Heimatfreunde auf, die Mühle –
"ein Kleinod alter Baukunst" – nicht dem völligen
Verfall preiszugeben.
1952
brachte ein weiteren Aufruf zur Wiederinstandsetzung die ersten
Spenden. Geldspenden kamen vom Bezirksverein Deutscher Ingenieure
in Osnabrück, der für die Erhaltung der Mühle als technisches
Kulturdenkmal großes Interesse hatte und einen größeren Betrag
zur Verfügung stellte, und von Heimatfreunden aus dem
Münsterland.
Da
im Rahmen von Regulierungsarbeiten die Mittelradde bei Hüven ein
neues Bett erhielt und die Mühle seitwärts liegenblieb, mussten
zuerst Gelder für die Neufundamentierung der Mühle beschafft
werden. In einer Kreistagssitzung im Oktober 1954 wurde der
Beschluss gefasst, 3.000,00 DM für die dringendsten
Sicherungsarbeiten zur Verfügung zu stellen, in der Hoffnung,
daß nunmehr eine Hilfe von staatlicher Seite gewährt würde. |
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Nach derer
Restaurierung eines der schönsten technischen Kulturdenkmäler
Deutschlands
|

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Im
Jahr 1955 erwarb der Kreisheimatverein Aschendorf-Hümmling von
der Familie Peiffer-Schlagge die Mühle. Da vorerst Landesmittel
ausblieben, rief der Kreisheimatverein Aschendorf-Hümmling eine
Spendenaktion ins Leben. In erster Linie war es dem persönlichen
Einsatz des 1. Vorsitzenden August Löning mit besonderer
Unterstützung des Geschäftsführers Hans Engeln zu danken, daß,
nachdem die Firma Bunte in Papenburg der Mühle ein Betonfundament
gegeben hatte, der Mühlenbauer Mönck aus Ostgroßefehn am
07.05.1956 mit der Restaurierung beginnen konnte, die im August
1957 abgeschlossen wurde. Die Bauleitung hatte Bauingenieur B.
Kuper.
Die
Gesamtkosten für den Wiederaufbau beliefen sich auf 71.565,95 DM,
wovon Mönck 25.942,15 DM erhielt. Die Spenden und Beihilfen
setzten sich wie folgt zusammen: Beihilfen der Landkreise Meppen
und Aschendorf-Hümmling je 9.000,00 DM, Beihilfe des Landes
Niedersachsen 12.500,00 DM, Verkauf von Bausteinen 4.949,46 DM,
Spenden 36.116,49 DM. Die Ausrüstung der Mühle mit Mahl- und
Beutelgängen ist voll erhalten, das Wasserrad dreht sich im
Leerlauf. Wegen der Umleitung der Radde fließt nur wenig Wasser
durch das alte Bett, und dem Rad fehlt die Kraft, die Mühlsteine
zu bewegen.
Am
30. September 1957 wurde die Hüvener Mühle im Rahmen eines
Kreisheimattages feierlich eingeweiht. |
|
Anmerkungen:
-
Die
Overmühle gehörte zum Hof Übermühlen in Meppen-Vormeppen.
Die
Mittelste Mühle ist die sogen. Herrenmühle. Sie befindet
sich im Eigentum von
Müller Kosse. Anstelle eines Wasserrades wurde eine Turbine
eingebaut.
Die Nedermühle gehörte zum Hof Kosse, war aber schon vor
1795 nicht mehr vorhanden.
-
Als
Erffkötter bezeichnet man eine von einem Erbe (Bauerngut)
abgebaute Stelle, die vom Stammhof getrennt wurde.
-
Das
Gehalt des Richters bestand aus Geld, Naturalien, Vieh und
Dienstleistungen.
-
Der
Hümmling gehörte in der französischen Zeit (1809 – 1813)
zum Arrondissement (unterer
Verwaltungsbezirk) Lingen. Zu dieser Zeit wurden Gemeinderäte
Munizipalräte genannt.
-
Geometer
= Landvermesser.
-
Siehe
4.
-
Die
Gewinnung von Pflanzenöl geschah auf einfachste Weise. Die
ölhaltigen Samen wurden in der Ölmühle zerquetscht, der
Brei erwärmt und ausgepresst. In der Walkemühle wurden Tuche
aller Art durch Stampfen geschmeidig gemacht.
-
Der
Hüvener Müller besaß außer der Wassermühle eine ebenfalls
von der Radde angetriebene Walk- und Ölmühle. Das Alter
dieser Mühle konnte bisher nicht ermittelt werden.
-
Die
vor wenigen Jahrzehnten gebräuchliche Relation – 1
Reichsthaler = 3 Reichsmark – kann auch heute noch einen
ungefähren Anhaltspunkt für Preisvergleiche in der Gegenwart
bieten.
-
Im
Jahr 1851 verdiente ein lediger Mühlenbauer pro Tag (12 ¼
Std.) bei eigener Kost 17 Stüber à 0,0833 Mark. Im März
1982 verdiente ein lediger Zimmermann zu den gleichen
Bedingungen 89,79 DM netto.
-
Wollte
der Müller Feinmehl herstellen, so bediente er sich beim
Mahlen des Beutelganges. Das Mahlgut fiel durch den
Mahltrichter in die Beutelkiste und wurde durch
seitwärtsgehende Schüttelbewegung gesiebt. Die Siebe der
Beutelkiste bestanden aus feinem Seidengewebe.
-
30
cm lange Hängepfeife.
a) Staatsarchiv Osnabrück, Dep 62 b E VIII. 29 Rep. 350 Hüm,
Fach 100 Nr. 13.
b) Anschreibebuch des Mühlenbauers Dierkes aus Hüven.
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Use
Eemsland
von
Friemann
Dör
dat flacke Land noah Norden
trecht dat Eemsewater henn,
grout iß düsse Strom nich worden
tüschken Weideland und Venn.
In
Westfalen iß däi Quelle
midden in denn Sennesand,
kläin und friedlich ligg däi Stelle,
unbesungen, unbekannt.
Wor
däi Eems noch recht bescheiden
dör dat Land Westfalen gaiht,
in däi groten fetten Weiden
rodetwittet Melkväih staiht.
Noaßen
dann, in`t Eemslande
ändert sück dat ganze Bäld
und an jede Öiwerkante
dat Schwattbunte sück gesellt.
Houge
Dieke bünt hier bauet,
bräit und mächtig in der Dat,
schwoare Fluten sicher stauet,
uß beschärmt vör Not und Schad´.
Du
büst noch bescheiden bläwen
Land an Eems und Hasekant,
häst Geborgenheit uß gäwen,
läiwet moijet Heimatland.
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