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"N`krossen
Mann" eröffnet Spiel über die Kultur des Hümmlings
(Ems-Zeitung, 10.04.2004)
Benefizveranstaltung
für den Erhalt der Hüvener Mühle - Vierzehn Bilder |
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Steine
rücken auf der Bühne des Hümmling-Gymnasiums in Sögel: Die
Kulissenbauer Hermann Windhaus und Ernst Deimann haben ganze Arbeit
geleistet. Jetzt setzen sie "De Hoogen Staine" ins rechte
Licht. Das erste Bild des Stücks "Hümmlingbelder" kann
aufgezogen werden.
Eine Gruppe Jugendlicher betritt die Szene. Einige erklimmen die
Werlter Hünensteine. Dann ruft der Kursleiter zur Ordnung.
"Hat noch jemand eine Geschichte auf Lager? Nein? Dann kommen
wir zur Heimatkunde." Das Publikum erfährt, was die jungen
Leute in dem Seminar "Plattdeutsch und Heimatkunde" so
alles über den Hümmling gelernt haben.
Nach der Probe sitzt "Seminarleiter" Werner Ahillen in der
siebten Reihe der Zuschauerrange der Hümmling-Aula und studiert das
"Kursprogramm", das noch auf ihn selbst bis zur Premiere
der "Hümmlingbelder" am kommenden Freitag wartet. Ahillen
ist einer von rund 100 Laiendarstellern aus dem nördlichen Emsland,
die sich seit Mitte November zum Üben in der Aula des
Hümmling-Gymansiums treffen. Insgesamt schon 50 Proben hat
Regisseurin Rita Jansen für die Darsteller der einzelnen Bilder
angesetzt. Zum Feinschliff hat sie das gesamte Ensemble nächste
Woche an drei Tagen hintereinander zum Auftritt gebeten.
"Sprich lauter!","Stell dich bei deinen Worten weiter
in die Mitte der Bühne!", "Fummle nicht so viel mit den
Händen herum!" Die Kritik der Regisseurin ist direkt. Der
Tonfall bleibt aber immer kameradschaftlich und freundlich. Die
Akteure nehmen die Anweisungen von Rita Jansen mit einer beinahe
entschuldigenden Geste auf. Alle wollen ihr Bestes geben. Leisten
sie sich einen Schnitzer, erkennen die Darsteller dies natürlich
auch selbst sofort.
"Ik bin de Hümmelske Bur. N' krassen Mann." Das sind die
ersten Worte des Prologs zu den Bildern über den Hümmling, die
Alwin Wessels spricht. Der stolze Bauer zündet sich mit dem "Tunnerpot"
seine Pfeife an, erzählt eine Anekdote und verspricht, "bis
laoter, ik kom noch mal weer".
Mit dem Hümmelsken Bur wird das Stück in dem vierzehnten Bild auch
enden. Dazwischen liegt ein rund zweieinhalbstündiger
heimatkundlicher Reigen, der dem Publikum emsländische Geschichte,
Brauchtum, Kultur und Landschaft vor Augen führt: Schloss
Clemenswerth, der "Pingel Anton" (die Schmalspureisenbahn,
die zwischen Werlte und Lathen verkehrte), der "Hachtiednöger",
"De erste Kunstdünger" und die Legende vom
Räuberhauptmann Fernand, der nach dem 30-jährigen Krieg im 17.
Jahrhundert im Raum Vrees sein Unwesen getrieben haben soll. Musik,
Tanz und die Präsentation traditioneller Trachten und Kostüme
runden das Spiel ab.
"Carsten, kannst du noch etwas mehr Licht geben."
Beleuchter Carsten Brachem und Tonmeister Willi Hackling zählen bei
der Abstimmung der Bühnenatmosphäre zu den gefragtesten Akteuren
von Regisseurin Rita Jansen. Brachem dreht an den Reglern. "So
ist sieht es gut aus", befindet die Spielleiterin. Doch vor der
endgültigen Entscheidung folgt von der erleuchteten Bühne noch ein
Blick ins Dunkel der Zuschauerränge. Von dort beobachtet die
Autorin des Stücks, die Rastdofer Heimatschriftstellerin Thekla
Brinker, die Szene.
Die "Hümmlingbelder" sind neben plattdeutschen
Erzählungen und Gedichten das dritte Theaterstück von Brinker, das
zur Aufführung kommt. In "Liek moaket" skizzierte sie das
Ende des Dorfes Wahn, das dem Kruppschen Schießplatz, der heutigen
Wehrtechnischen Dienststelle, weichen musste. Und im
"Bettelpfarrer" erinnerte sie an Pfarrer Monsignore
Scheperjans, der sich in beispielhafter Weise um die Vertriebenen
nach dem Zweiten Weltkrieg kümmerte. Ihr jüngstes Theaterstück
hat die Autorin, die auch stellvertretende Vorsitzende des
Kreisheimatvereins Aschendorf-Hümmling ist, der Hüvener Mühle
gewidmet. Der Erlös der Aufführungen kommt der Sanierung des
einmaligen Kulturerbes in der Hümmlinggemeinde zu Gute.
"Thekla, wie findest du es", drängt Regisseurin Rita
Jansen auf eine Entscheidung zur Ausleuchtung der Eingangsszene.
Kurzer Einhalt der Darsteller auf der Bühne. Dann ist aus dem Tief
des Zuschauerraumes die Stimme von Thekla Brinker zu hören,
"Ja, so könnte es gehen..."
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