200. Geburtstag einer "große alten Dame"
 
(Ems-Zeitung, 06.07.2002)

Kulturelles Kleinod Hüvener Mühle - Dank für ehrenamtliches Engagement im Rahmen des Festes

Hüven (rs): Herzliche Gratulationen und Glückwünsche zum runden Geburtstag einer "großen alten Dame" und Ehrungen für zwei Männer, die sich jahrzehntelang um deren Wohlergehen und Weiterbestehen bemüht hatten, standen im Mittelpunkt des Festes an der Hüvener Mühle. Die Wind- und Wassermühle besteht seit 200 Jahren.
Thekla Brinker, stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Aschendorf-Hümmling, erinnerte in ihrem Grußwort zunächst an die Gründung des "Förderkreises Hüvener Mühle", bevor sie ihre Laudatio auf das Geburtstagskind sprach. Als Gäste der Feierstunde hieß Frau Brinker in dessen neben den Vorstands Mitgliedern des Kreisheimatvereins den früheren Oberkreisdirektor des Landkreises Aschendorf-Hümmling, Hans Tiedecken, den emsländischen Landrat Hermann Bröring, und viele Freunde, die die Hüvener Mühle in guten und in schlechten Zeiten ideell und finanziell unterstützten, willkommen. Das Kulturdenkmal Hüvener Mühle, die sich nun im Besitz des Kreisheimatvereins befindet, habe seit der Inbetriebnahme im Jahr 1802 eine wechselvolle Geschichte hinter sich gebracht.
Thekla Brinker zitierte einen Zeitungsbericht über die Hüvener Mühle aus dein Jahr 1934 und überraschte mit der Information, dass auf dem damals erschienenen Foto der vierjährige Heinz Lake zusammen mit anderen Kindern aus Hüven abgebildet war. Bei ihren Recherchen, warum der spätere Bürgermeister von Hüven zusammen mit der Mühle fotografiert worden war, habe man ihr in Hüven gesagt: "weil hei'n echten Möhlker is." Lake sei in der Nähe der Mühle geboren, dort aufgewachsen und habe bis in die 60er Jahre dort gewohnt. Auch später sei sein Kontakt zur Mühle nicht abgerissen, vielmehr habe sich Heinz Lake als Bürgermeister über Jahrzehnte dem Bauwerk und seinen Anwohnern stets besonders verbunden gefühlt. Auch sei er einer der ersten Mitglieder des neuen Förderkreises. Als äußeres Zeichen des Dankes wurde der Ehrenbürgermeister vom Kreisheimatverein und dem Landkreis mit einer Urkunde ausgezeichnet.
Bürgermeister Wilfried Sandmann unterstrich das Anliegen der Gemeinde Hüven, sich für den Erhalt der Mühle als "Erbgut" einzusetzen. "Die Mühle geht uns alle an" sagte Sandmann im Hinblick auf die 500 Einwohner der Gemeinde, die mit großem Interesse die Arbeit des Förderkreises in unterschiedlichster Form unterstützen werden.
Landrat Hermann Bröring betonte, "dieses besondere Kleinod ist ebenso interessant wie Clemenswerth". Sein besonderer Dank galt dem früheren Oberkreisdirektor des Landkreises Aschendorf- Hümmling und den Verantwortlichen des Kreisheimatvereins und des Emsländischen Heimatbundes, die in den letzten 40 Jahren über 165000 Mark aufbrachten, um die Mühle als Kulturdenkmal zu erhalten.
Der Geschäftsführer des Kreisheimatvereins Hans Albers übernahm die Ehrung von Bernd Riedemann. Aus der einschlägigen Heimatliteratur sei bekannt, dass der Name Riedemann seit 1890 eng mit der Hüvener Mühle verbunden ist. Lukas Riedemann, der Großvater von Bernd Riedemann, habe damals die Mühle gepachtet, nach dessen Tod habe Heinrich Riedernann die Mühle bis zum Zusammenbruch des Mühlenstaus 1950 übernommen.
Nachdem im Jahr 1957 die erste Renovierung des Bauwerkes durch den Kreisheimatverein abgeschlossen wurde, zeichnete schon recht bald nach dem Großvater und dem Vater mit Bernd Riedemann die nächste Generation für dieses markante Bauwerk verantwortlich. "Unauffällig, mit sehr viel Liebe, mit sehr viel Ausdauer betrachtete Bernd Riedemann die Mühle über all die Jahre als sein Eigentum, passte auf, hegte und pflegte sie und sorgte dafür, dass die Besuchergruppen jederzeit die Möglichkeit erhielten, dieses Bauwerk zu besichtigen", so Hans Albers, bevor er zusammen mit Thekla Brink und Landrat Bröring die Urkunde und an Marianne Riedemann einen Blumenstrauß überreichte.

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