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Heimatverein
Aschendorf-Hümmling feiert sein 50-jähriges Bestehen - Spuren der
Arbeit überall sichtbar
(Ems-Zeitung, 05.05.2001) |
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Über
6.000 Heimatfreunde in 27 örtlichen Vereinen
Am Montag großer
Festakt im Saal Köbbe in Lathen |
Aschendorf-Hümmling:
Der
Heimatverein Aschendorf-Hümmling e. V. feiert am Montag (7. Mai) im
Saal Köbbe in Lathen sein 50-jähriges Bestehen. Hier hatten sich
am 30.01.1951 die Heimatfreunde des nördlichen Emslandes unter der
Leitung von August Löning seinerzeit auch getroffen, um die
Heimatarbeit auf ein solides Fundament zu stellen.
In fast allen Orten des ehemaligen Kreises Aschendorf-Hümmling sind
Spuren der Arbeit des Kreisheimatvereins sichtbar. Die
Gründungsziele, Verständnis für bodenständige Volkskultur zu
wecken, das Brauchtum zu hegen und echte Volkskunst zu fördern, das
natürliche Landschaftsbild, die Pflanzen- und Tierwelt zu pflegen
und insbesondere die heimischen Baudenkmale zu erhalten, spiegeln
sich vielerorts wider. Heute ist der Heimatverein
Aschendorf-Hümmling Dachorganisation für 27 örtliche
Heimatvereine und die Meyer-Wellmann-Stiftung. Über 6.000
Heimatfreunde bilden die Plattform für die Erhaltung und Pflege der
zuvor genannten Ziele.
Ein Hauptziel der Arbeit des Kreisheimatvereins ist und war die
Erhaltung der heimischen Baudenkmale. Hierbei nehmen Mühlen einen
ganz besonderen Stellenwert ein. Der Kreisheimatverein ist
Eigentümer/Nutzungsberechtigter der einzigartigen Wind- und
Wassermühle Hüven, der holländischen Durchfahrtsmühle
Wippingen, der Hilter Mühle und der Wassermühle Bruneforth.
Die kombinierte Wind- und Wassermühle Hüven ist ein überregional
bedeutsames kulturgeschichtliches Denkmal. Die damals dem Verfall
preisgegebene Mühle wurde 1955 käuflich erworben. In einer
beispielhaften Bausteinaktion wurde in den Kreisen
Aschendorf-Hümmling und Meppen um Beihilfen gebeten. Die
Renovierung wurde von der Mühlenbaufirma Mönk aus Großefehn
durchgeführt. Am 30.09.1957 konnte die restaurierte Mühle der
Öffentlichkeit präsentierte werden.
Die aus dem Jahre 1818 stammende Hilter Mühle wurde per
Erbbauvertrag am 15.05.1964 erworben. Mit großzügigen finanziellen
Hilfen des Kreises Aschendorf-Hümmling, des Landeskonservators, der
Vereinigung zur Erhaltung von Wind- und Wassermühlen und der IHK
Osnabrück war es möglich, auch diese Mühle vor dem Verfall zu
retten. Hier war die Firma Böök aus Dunum, Ostfriesland, tätig.
Auch die Gehlenberger Mühle wurde am 10.03.1966 mit
Erbbaurechtsvertrag erworben. Gleichzeitig wurde der Beschluss
gefasst, die Renovierung durchzuführen. Im August 1966 startete die
Firma Mönk mit den Arbeiten. Die Einweihung konnte am 12.09.1967
gefeiert werden. Diese Mühle ist mit der Verwaltungs- und
Gebietsreform an die Stadt Friesoythe übergeben worden.
Die holländische Durchfahrtsmühle Wippingen hat der Heimatverein
Aschendorf- Hümmling durch Nutzungsvertrag von der Gemeinde
Wippingen übernommen, die diese zuvor gekauft hatte. In einem
grundbuchlich gesicherten Vertrag hat der Heimatverein sich hier
verpflichtet, die Mühle und die Zuwegung zu unterhalten. Im Rahmen
der Flurbereinigung war diese Mühle für annähernd 300.000 DM in
Stand gesetzt worden.
1985 beschloss der Kreisheimatverein, die Wassermühle Bruneforth zu
restaurieren, die wie die übrigen Objekte zu verfallen drohte. Die
extrem hohen Kosten hatten viele Jahre diese Bemühungen scheitern
lassen. Im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen war gerade zu
dieser Zeit die Realisierung günstig. Acht jugendliche und zwei
ältere arbeitslose Arbeitnehmer wurden in Beschäftigungsmaßnahmen
des Vereins eingestellt. Die Personalkosten in Höhe von rd. 700.000
DM wurden von der Arbeitsverwaltung getragen. Zusätzlich waren
Material- und Sachkosten von rd. 140.000 DM zu finanzieren, die vom
Land Niedersachsen, dem Landkreis Emsland, der Gemeinde Stavern und
der Samtgemeinde Sögel bereitgestellt wurden.
Sturm, Blitzschlag und andere Witterungseinflüsse sowie der Zahn
der Zeit sorgen dafür, dass diese einzigartigen Baudenkmale immer
wieder erhebliche Kosten verursachen. So wurden zum Beispiel noch im
vergangenen Jahr die Galerie der Wind- und Wassermühle und das
Lehmmauerwerk für rd. 40.000 DM erneuert. zurzeit ist die Firma
Kluin dabei, die Mühle in Wippingen in Stand zu setzen. Und auch in
Hilter kommen auf den Verein wieder hohe Kosten und Aufwendungen zu.
Das in Sögel bestehende Heimatmuseum wurde 1945 während der
Kampfhandlungen und den nachfolgenden Kriegswirren restlos
ausgeplündert. 1958 konnte der Verein ein altes Fachwerkhaus in
Hüven kaufen und in Sögel an der Spahner Straße als Museum wieder
aufstellen. Nur acht Jahre bestand dieses Museum, denn in der Nacht
zum 14.05.1966 wurden fast 80 Kunstgegenstände geraubt. Das Museum
musste geschlossen werden. Da man sich in den 60er Jahren auch
entschlossen hatte, den Tourismus (Fremdenverkehr) als Vereinsziel
zu definieren, entschied sich die Vereinsführung, dieses Gebäude
als Ausflugslokal zu nutzen. Die Hümmlinger Teestuben wurden vom
Ehepaar Hofmeister ins Leben gerufen. In den 80er Jahren kam es zu
Übernahme durch den heutigen Eigentümer Willy Deiß, der das
Restaurant als erste Adresse im nördlichen Emsland führt.
Die aus dem späten 15. Jahrhundert stammende alte Rheder
St.-Nikolaus- Kirche war, nachdem 1923 in Rhede eine neue Kirche
gebaut worden war, dem Verfall preisgegeben. In den 50er Jahren
entschloss sich der Verein, diese Kirche als Gedenkstätte für die
Gefallenen und Vermissten der Weltkriege zu erhalten. 1958 wurde die
Bevölkerung des Kreises aufgefordert, im Rahmen von Haus- und
Straßensammlungen die Erhaltung zu unterstützen. Alle Städte und
Gemeinden erwarben Bausteine und verlegtem im Fußboden schwarze
Schieferplatten, auf denen der jeweilige Ortsname und die Zahl der
Gefallenen und Vermissten vermerkt waren. Am 22.11.1964 konnte die
restaurierte Kreiskriegergedächtniskirche der Öffentlichkeit
übergeben werden. Im Laufe der folgenden 30 Jahre waren erhebliche
Aufwendungen seitens des Vereins zu tätigen, um diese einzigartige
Baudenkmal zu erhalten. Die Leistungsfähigkeit war allerdings
deutlich überschritten. Mit der Übernahme dieses Bauwerks durch
den Landkreis Emsland ist die dauerhafte Erhaltung und Unterhaltung
gesichert. Als "zentrale Gedenkstätte für die Opfer von
Gewaltherrschaft" rückt sie immer stärker in den Mittelpunkt
des öffentlichen Interesses.
Neben den schon beschriebenen Arbeiten in Bruneforth hat der Verein
in den 80er Jahren einen bescheidenen Beitrag zur Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit geleistet. Vom 01.09.1985 bis zum 01.04.1989 waren
insgesamt 50 Mitarbeiter beim Verein beschäftigt. In dieser Zeit
ist die Heimatbücherei mit kirchlichen Funktionsräumen in Lathen (Borromäushaus)
erstellt worden, in Stavern wurde ein historischer Giebel erhalten
und weiterhin ein Dorfplatz mit Glockenturm angelegt. Ein solcher
Platz mit Glockenturm wurde auch in Groß Berßen angelegt. Daneben
wurden mit diesen Mitarbeitern, im Wesentlichen jugendliche und
ältere Arbeitnehmer, Arbeiten an vielen Stellen des Vereinsgebiets
durchgeführt. Ob in der Unterhaltung des Schafkovens in Börger
oder auch im Außenbereich der Hilter Mühle, Arbeit gab und gibt es
überall.
Der überörtlich tätige Kreisheimatverein war und ist nicht in der
Lage, die örtliche Heimartarbeit direkt auszuführen. So war und
ist es erklärtes Ziel der Vereinsführung, die örtlichen
Initiativen zu begleiten und zu unterstützen. Zwischenzeitlich sind
neben der Meyer-Wellmann-Stiftung in Lorup 27 örtliche
Heimatvereine gegründet worden. Diese Heimatvereine bestehen in
Aschendort, Berßen, Bockhorst, Börger, Breddenberg-Heidbrücken,
Dörpen, Esterwegen, Heede, Herbrum, Hilkenbrook, Lathen, Lehe,
Lorup, Neubörger, Neusustrum, Niederlangen, Oberlangen, Papenburg,
Rastdorf, Rhede, Sögel, Surwold, Vrees, Walchum-Hasselbrock, Werlte,
Werpeloh und Wippingen. Weitere Vereinsgründungen stehen in Kürze
bevor.
Die dem Verein zur Verfügung stehenden Mittel sind als bescheiden
zu bezeichnen. Neben eigenen Mitgliedsbeiträgen fließen dem Verein
aus den Zweckzahlungen der Städte und Gemeinden und des Landkreises
jährlich rd. 30.000 DM zu. An Zinserträgen aus dem Verkauf der
Teestube sind weiterhin rd. 7.500 DM verfügbar. Diese Mittel stehen
nach Abzug der Unterhaltungsaufwendungen für die Mühlen nahezu
ausschließlich den kommunalen Vereinen zur Verfügung. In den
letzten 10 Jahren konnten so deutlich mehr als 300.000 DM für die
Förderung der örtlichen Vereins- und Heimatarbeit verteilt werden.
Kontinuität ist ein Merkmal der Heimatarbeit, die sich im
Kreisheimatverein auch in der Vereinsführung zeigt. In den
vergangenen 50 Jahren sind bisher nur vier Vorsitzende und drei
Geschäftsführer zu benennen gewesen. Vorsitzende: August Löning
(Gründung bis 30.09.1966), Dr. Rudolf Knoke (01.10.1966 bis zu
seinem Tod am 28.11.1967), Heinrich Jungeblut (09.05.1968 bis
14.06.1979), Dr. Hubert Hanenkamp (seit 25.06.1980).
Geschäftsführer: Dr. Elisabeth Schlicht (01.04.1951 bis
31.12.1952), Hans Engeln (19.02.1954 bis 31.05.1983), Karl-Heinz
Weber (sei 01.06.1983). |
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AUGUST
LÖNING
gründete den Kreisheimatverein. |
DR.
RUDOLF KNOKE
leitete bis zu seinem Tod 1967 die Geschicke des
Heimatvereins. |
HANS
ENGELN
war fast 30 Jahre als Geschäftsführer ehrenamtlich tätig. |
HEINRICH
JUNGEBLUT
stand elf Jahre an der Spitze der Heimatfreunde. |
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